Druckschrift 
3 (1841)
Entstehung
Seite
125
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seinen geräumigen Taschen, breitete sie auf dem Bodenaus, und kauerte sich mit seinem riesigen Leibe dazu nie-der; während das Kind über ihn hinpurzelte, bald nachden Spielsachen griff, bald wieder an seine Brust zurück-kehrte, ihr Köpfchen daran legte, und ihm ruhig in dieAugen sah, als ob ihr der Freude zu viel wäre.

Morton stand, von Beiden unbeachtet, mit gekreuztenArmen daneben. Er dachte an seinen verlornen, undank-baren Bruder, und murmelte vor sich hin:

Der Thor! wenn sie älter ist, wird sie ihn verlassen!"

. Fanny verrieth in ihren Zügen die italienische Ab-kunft ihres Vaters. Sie hatte jene ausnehmend blühendeund üppige Farbe, die, obwohl auch in Italien nicht häu-fig, doch nur bei den Töchtern jenes Landes sich findet, undwelche schön harmonirte mit dem herrlichen Glanz ihrerHaare, und der vollen, klaren Iris der dunkeln Augen.Nie sah -man geöffnete Kirsche» röther als ihre thauigenLippen; und die Farbe des bloßen Halses und der rundenArme war von einer Weiße, die nur um so mehr blendetevermöge des Contrastes mit dem schwarzen Haar und derdunkelglühenden Wange.

Plötzlich fuhr Fanny aus Gawtreys Armen auf,sprang auf Morton zu, betrachtete ihn ernst und sagteFranzösisch:

Wer seyd Ihr? Kommt Ihr aus dem Mond? Ichglaube fast." Dann plötzlich tnnehaltend begann sie einenVers aus einem Ammenlied, den sie in leisem, gleichgül-tigem Tone summte, als verstände sie den Sinn nicht.