118
durchzuführen verstand, als William Gawtrey. Ich nenneihn bei seinem ursprünglichen Namen; denn was seineangenommenen betrifft, so hatte selbst Bacchus nicht soviele.
Eines TageS ward eine reichgekleidete Dame von Mr.Birnie in das Bureau des Mr. Love, alias Gawtrey, ein-geführt. Philipp saß am Fenster und las zum ersten Malden Lanllide — ein Werk, nächst Ilasselas vielleicht dashoffnungsloseste und schwärzeste Spiel, das das boshafteGenie mit der Menschheit trieb. Die Dame schien etwasverwirrt, als sie Mr. Love nicht allein fand. Sie trat zu-rück, hüllte sich noch dichter in ihren Schleier und sagteauf Französisch:
„Verzeiht, ich wünschte eine geheime Besprechung."
Philipp stand auf, um sich zu entfernen, als dieDame, ihn mit einem Auge prüfend, dessen Glanz selbstdurch den Schleier leuchtete, mit sanfter Stimme sagte:
„Aber vielleicht ist der junge Mann verschwiegen."
„Er ist nicht verschwiegen — er ist die Verschwiegen-heit selbst! — mein Adoptivsohn. Ihr könnt ihm trauen— auf meine Ehre, Ihr könnt es, Madame!" und Mr.Love legte die Hand aufs Herz.
„Er ist sehr jung," sagte die Dame im Ton unwill-kürlichen Mitleids, indem sie mit einer sehr weißen Handdas Schloß an ihrem Mantel aufmachte.
„klm so besser kann er den Fluch der Ehelosigkeit ver-stehen," versetzte Mr. Love lächelnd.
Die Dame schlug ihren Schleier theilweise zurück und