Druckschrift 
3 (1841)
Entstehung
Seite
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älter Sidney wurde, desto bester begriff und würdigte er dieBeweggründe seines Beschützers ; denn er wuchs auf ineiner förmlichen Schule der Schicklichkeit und der Moral,und von Haus aus empörte sich sein Geist gegen alle Vor-stellungen von Gewaltthätigkeit und Betrug. Vir. Spenceränderte Vor- und Familiennamen seines Schützlings, umalle Nachforschungen Philipps, der Mortons und derBeauforts zu vereiteln, und Sidney galt für seinen Neffenvon einem jüngern, in Indien verstorbnen Bruder.

Sv verlebte denn an den ruhigen Uferu des friedlichenSees, in den schönsten Landschaften des Garteueilands,der jüngere Sohn Katharinens seine harmlosen Tage.Die Einförmigkeit dieses Aufenthalts ermüdete keineswegseinen Geist, der, als er heranwuchs, Beschäftigung fandin Büchern, Musik, Poesie und in den gebildeten Genüssendes seinen und ruhigen Lebens, auf das er sich beschränkte.In die rauhe Vergangenheit blickte er zurück wie in einenbösen Traum, in welchem Philipps Bild finster und dro-hend stand. Er nannte, als er älter wurde, selten seinesBruders Namen, und wenn er ihn gegen Mr. Spencereinmal erwähnte, wnrde seine blühende Wange blässer.Die Anmuth seines Wesens, sein liebliches Gesicht undeinnehmendes Lächeln gewannen ihm fortwährend Zunei-gung und Liebe, und verhüllten dem Auge des gewöhn-lichen Beobachters, was von Selbstsucht noch in seinerNatur verborgen lag. Und in der Thal kam dieser Fehlerbei einer so heitern Lebensbahn und unter so zärtlichenFreunden, selten zur thätlichen Aeußerung. So war er