51
auf die Kniee nieder und haschte nach der Schleppe ihresKleides.
„Ich weiß Nichts von Eurem Bruder, Mr. Morton,"rief MrS. Beaufort, überrascht und beunruhigt. „Arthur,den wir jeden Tag erwarten, schreibt uns, alles Suchennach ihm sep vergeblich gewesen."
„Ha! Ihr gebt also das Nachsuchen zu!" rief Mortonaufstehend, und die Hände ballend; „Und Wer sonst alsIhr und die Eurigen sollte Bruder und Bruder getrennthaben? Antwortet mir, wo er ist! Keine Ausflüchte, Ma-dame! Ich bin in verzweifelter Stimmung!"
Mrs. Beaufort, obgleich eine Frau von jener welt-lichen Kälte und Gleichmüthigkeit, welche bei gewöhnlichenVorkommnissen die Stelle des Muthes vertritt, war äußersterschrocken und geängstigt durch den Ton und die MieneIhres rauheu Gastes. Sic führte die Hand nach der Glocke,aber Morton faßte ihren Arm, hielt ihn mit finstrerMiene fest, und sagte, während seine dunkeln Augen Feuerdurch das dämmernde Zimmer schoßen: „Ich gehe nichtvom Platz, als bis Ihr Auskunft gegeben habt. WolltIhr meine Dankbarkeit, meinen Segen zurückweisen?Nehmt Euch in Acht! Noch einmal, wo habt Ihr meinenBruder wersteckt?"
In diesem Augenblick ging die Thüre auf und Mr.Robert Beaufort trat ein. Die Lady mit einem Freuden-schrei, riß sich aus Philipps Hand los und floh zu ihremGatten.
4 *