15
mit Waschleinen, das Stück Boden schmückten, das dieHausbesitzerin einen Garten nannte. Der ältere Bruderwar früher als gewöhnlich znrückgekehrt und Sidney sahihn nicht gleich eintreten, aber sobald er ihn sah, klatschteer in die Hände und lief auf ihn zu/
„Das ist so gut von Dir Philipp. Ich habe solcheLangeweile gehabt; jetzt kommst Du und spielst mit mir?"
„Von ganzem Herzen, — wo wollen wir spielen?,,sagte Philipp mit freundlichem Lächeln.
„Oh! im Garten! es ist solch eine hübsche Zeit zumVerstecken und Suchen."
„Aber ist es nicht zu kühl und feucht für Dich?"sagte Philipp.
„Sv ists, Du hast immer Ausreden. Ich sehe. Dumagst eben nicht. Ich habe jetzt keine Lust mehr zumSpielen."
Sidney setzte sich hin und schmollte.
„Armer Sidney! Du mußt Langeweile haben beimir. Ja, laß uns spielen; aber zieh dies Tuch an;" undPhilipp nahm seine eigne Halsbinde ab und band sie sei-nem Bruder um den Hals und küßte ihn.
Sidney, dessen llnmuth selten laug dauerte, war ver-söhnt; und sie gingen in den Garten, zu spielen. ES warein kleiner Platz, eingefaßt von altem, moosbewachsenemPfahlwerk gegen den benachbarten Garten auf der einenSeite, und auf der andern an ein Gäßchen stoßend. Siespielten mit großer Lustigkeit, bis die Nacht dunkler wurdeund der Thau reichlicher fiel.