121
peji," sagte Jone mit ciiicm Ton erzwungener Hei-terkeit.
„Glaubst Du, reizende Jone, ich habe blos inPompeji Deinen Werth schätzen gelernt?" DieStimme des Egypters zitterte — er hielt cinenAugenblick in und fuhr dann fort:
„Es gibt eine Liebe, schöne Griechin, die nichtblos die Liebe der gedankenlosen Jugend ist, — eineLiebe, die nicht mit dem Auge sieht, nicht mit demOhr hört, sondern in welcher die Seele für dieSeele entbrennt. Der Landsmann Deiner Vorfah-ren, der tiefsinnige Plato, tränmle von solch einerLiebe — seine Nachfolger haben ihm uachznahmengesucht; aber diese Liebe hat keinen Wiederhall fürdie große Heerde — es ist eine Liebe die blos hoheund edle Naturen zu fassen vermögen; sie hat nichtsgemeinsam mit den Sympathien und Banden einerroheren Zuneigung; Runzeln stoßen sic nicht zu-rück — Häßlichkeit schreckt sie nicht ab. - Aller-dings fordert sie Jugend, aber sic fordert sieblos inder Frischhcit der Empfindungen; — allerdings for-dert sie Schönheit, aber nur die Schönheit des Ge-dankens und des Geistes. Dies ist die Liebe, o Jone!die Dir von dem kalten, strengen Mann als würdi-ges Opfer dargebracht wird. Du hältst mich fürstreng und kalt: — dies ist die Liebe, die ich aufDeinem Altar niedcrzulegen wage; Du kannst sieohne Erröthen annehmen."
„Und ihr Name ist Freundschaft!" erwiedertc