Demokratie, und führte» ihn zu der Entwicklung der edlerenund reineren Theile seines Wesens, wie auch zur allmäligenUnterdrückung der stürmischeren und streitlustigeren. DerEinfluß des glücklichen Lichts, unter welchem sein Geniusso still und ruhig sich entfaltete, machte sich eher in der zar-ten Harmonie der Farben als in der prächtigen Abwechs-lung ihrer Glut bemerklich. Seine Beobachtung, die vor-zugsweise Gegenständen von friedlicher Schönheit galt undsich nicht durch rohe Sorgen und heftige Leidenschaften stö-ren ließ, gab seinen schöpferischen Kräften blos zur Belebungverwandter Bilder Anlaß, so daß der ganze Mensch nicht nurein Dichter, sondern sozusagen auch ein Gedicht war —eine lebende Idylle, welche jedem Rohr, das an dem Stromdes Lebens seufzte und zitterte, einen Hirtengesang entlockte.Und Helen paßte so trefflich zu einer solchen Natur und wußteso treu das ideale Daseyn zu bewahren, das ihre Lebenslustist! Alle die kleinen Sorgen und Mühen des gewöhnlichenpraktischen Lebens hat sie in aller Stille sich zugceignet alsdie stärkere in den nothwendigen Haushaltungstugenden derKlugheit und Vorsorge, wie es stets bei der Gattin einesDichters der Fall seyn sollte. Wenn also des Mannes Ge-nius die Heimath zu einem Tempel machte, so verlieh dieWeisheit der Frau diesem Tempel die Sicherheit einer Festung.
Sie haben nur ein Kind —- ein Mädchen, Nora mitNamen. Sie hat des Vaters seelenvolle Augen und daswarme menschenfreundliche Lächeln der Mutter. Morgenshilft sie Helen in ihren stillen häuslichen Obliegenheiten undsitzt Abends zu Leonards Füßen, während dieser liest oder