Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
2133
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von dem besagten Tisch zurückgezogen hatte, saß Oliver beiseiner halben Pinte schlechten Portwein, den er bedächtigschliufte und überblickte seine unbefriedigenden Rechnungen.Da sprang Plötzlich ein magerer Dachshund, der auf demfadenscheinigen Herdfrics neben dem spärlichen Feuer lag,auf und bellte wüthend. Oliver erhob seine trägen blauenAugen und sah, sich gegenüber, vor dem Fenster ein mensch-liches Gesicht. Dieses Gesicht war dicht an die Scheibe»gedrückt und durch den Duft verdunkelt, welcher, dem Mundeentströmend und zu Reif erstarrend, das Glas beschlug.

Oliver, der diesen aufdringlichen Betrachter seinesPrivatlebens für einen kecken, dem Gesetz verfallenen Land-streicher hielt, verließ unruhig und aufgebracht das Zimmer,öffnete die Hausthüre und rief dem Fremden zu, er solleseiner Wege gehen, während der Hund noch ungastfreund-licher kläffte und dem Unbekannten nach der Ferse schnappte.Dann ließ sich eine heisere Stimme vernehmen: „KennstDu mich nicht, Oliver? Ich bin Dein Bruder RandallRufden Hund zurück und laß mich ein." Oliver entsetzte sichund machte große Augen; er konnte seinen langsamen Sinnennicht glauben und erkannte in der hageren, grimmigen Er-scheinung vor ihm den Bruder nicht. Endlich aber trat ernäher, blickte Randal ins Gesicht, ergriff in erstauntemSchweigen seine Hand und führte ihn nach dem kleinenSprechzimmer. Da war keine Spur mehr vorhanden vonder gebildeten Feinheit, durch welche sich Randal früher inFigur und Haltung ausgezeichnet hatte. Sein Anzug deu-tete auf die letzte Stufe in jenem schrecklichen Verfall,