LI 30
geheurer« Hauptstadt, wie ehedem Leonard, lungerte jetzt erauf der Brücke und schaute nach dem crbarmenlosen Stromhinunter. Er besaß weder Geld, noch Verbindungen —nichts als Talente und Kenntnisse, die ihm wieder Bahnbrechen konnten in der hohen Welt, wo ihm früher Allesgclächelt hatte; aber eben diese Talente nnd Kenntnisse mach-te» ihn nur um so verächtlicher, weil sie zum Schaden einesWohlthLtcrs benützt worden waren. Doch selbst jetzt nochwarf Fortuna dem armen Erben von Rood, dem sie so vieleund blendende Vorlheile geboten, um welche er sich selbstbetrogen hatte, eine Aussicht auf wenigstens vorläufige Un-abhängigkeit zu, die ihm bei geduldiger Anstrengung, wennauch nicht gerade zu den höchsten Posten, so doch wenigstenszu einer Stellung führen konnte, welche ihn befähigte, dieWelt zu zwingen, daß sie seine Erklärungen anhörte nndvielleicht auch seine Entschuldigungen gelten ließ. Die vonAndley ihm bestimmten fünftausend Pfunde, deren Rettungaus den Krallen des Gesetzes in einem Privatniemorandunrder Staatsmann dringlich seinem Freund Harlcp ans Herzgelegt hatte, waren von Lord L'Eslrange's SachwalterRandal Übermacht worden; aber diese Summe schien ihmnach dem Befrist seiner prächtigen Hoffnung so geringfügigund der mühsame Pfad, den ein Rechtsanwalt znrückzu-legcn hat, nach den früheren kurzen Anläufen zur Macht solangsam zu seyn, daß er in dem unerwarteten Vermächt-uiß einfach einen Vorwand sah, sich gar keinem Berns hin-zugeben. Bis ins Innerste verwundet von dem Gegensatzzwischen seiner früheren und gegenwärtigen Stellung in der