sondern die rein thierische Gewalt des Muths und derKühnheit. Da stand der unbekümmerte, schamlose Schurke,der seine Schuld nur auf die leichte Achsel nahm und denAbscheu davor durch einen entschlossenen Blick und eine auf-rechte Stirne im Zaum hielt — und da stand der fähigere,schlauere und tiefere Verbrecher — scheu, kriechend und einBild des Erbarmens. Die Macht des bloßen intellektuellenWissens zersplitterte an dem festen Metall, mit welchemder Zufall der Leibesbeschaffenheit oft eine unedlere Naturwaffnet.
Der Gegensatz war schlagend und faßte die so allgemeingefühlte, obschon im wirklichen Leben so wenig anerkannteWahrheit in sich, daß Menschen von überlegener Charakter-kraft einen einschüchternden und lähmenden Einfluß selbstauf solche zu üben im Stande sind, denen gegenüber sie iwBeziehung auf Fähigkeit und Einsicht nur eine sehr unter-geordnete Stelle einnehmen. Diese Kraft war es,, welchePeschiera z» Randals Meister machte — ja sogar die reiwphysischen Attribute des Grafen, seine Stimme und Gestalt,seine kühne Stirne und sein dreistes Auge, überwältigten denschärferen Geist des schwächlichen Jntrikanten, wie etwa iweiner Volksversammlung irgend ein derber Eulenspiegel jedenWeisen, der andere Ansichten hat, zu furchtsamem Schweigencinzuschüchtcrn vermag. Aber Randal wandte sich in finstererUngeduld von dem Pfarrer ab, der ihm Trost zuflüsterte oderRene einznflößen suchte, und sagte endlich in klareren Tönen,als er bisher anfzubringen im Stande gewesen war:
„Nicht ein persönlicher Zusammenstoß mit dem Grafen