1984
Rede gewesen war, steigerte sich wo möglich die Neugierde»och mehr, als Lord L'Estrange seine Absicht zu sprechenkund that. Er war viele Jahre in fremden Ländern gewesen,hatte ein unermeßliches Vermögen zu erwarten und stand imRuf ausgezeichneter, obschon nie von ihm erprobter Talente;es hätte deshalb in der That wunderbar zngehen müssen,wenn nicht Blaue und Gelbe hochaufgehorcht und sogarihren Athem angehalte» hätten, um keines von seinen Wor-ten zu verlieren.
Man sagt, der Dichter sep geboren und der Rednerwerde — ein Sprüchlein, das nur thcilwcise wahr ist.Einige sind zu Poeten geworden und einige wurde» zu Red-nern geboren, Höchst wahrscheinlich hatte Harlep L'Estrangcfrüher nie vor einer öffentlichen Versammlung gesprochen,und jetzt waren keine fünf Minuten vergangen, als schonalle Leidenschaften und Launen der Anwesenden eben so sichihm unterordneten, wie die Tasten eines Instruments aufdie Fingerbewegung des Musikers ansprechcn. Er besaß vonNatur eine Stimme, die der größten Abwechslung in derModulation fähig war, ein Gesicht mit dem fügsamsten Aus-druck und, wie cs bei tiefen Humoristen gewöhnlich der Fallist, eine lebhafte Empfänglichkeit für das Komische sowohlals für das Ernste in Allem, was sich seinem kräftigen Ver-stand zur Verarbeitung darbot, Leonard war beredt wieein Dichter und Audlep Egerton wie ein Parlamentöredner,Harley aber mit jener selteneren Gabe ausgestattet, die nichtsmit dem Stoff gemein hat, welche» sie behandelt oder ziert— die Gabe, welche Demostbenes mit dein dreifache» Er-