1907
Harley. — „So — und von was?"
Eg ertön. — „Von Dir. Ich sah Dich von meinemFenster aus mit Deiner Verlobten spazieren gehen und be-merkte später, daß sie allein zurückkam. Ich konnte ihr sanf-tes Gesicht nur flüchtig in's Auge fasten; aber es schien trau-rig zu sehn. Harley, täuschest Du uns?"
Harley. — „Tauschen — ich! — Wie so?"
Egerton. — „Fühlst Du wirklich, daß Deine beab-sichtigte Heirath Dir das Glück verleihen wird, um das ichzum Himmel für Dich flehe, wie es ein Gegenstand desGebets für Deine Mutter seyn muß?"
Harley. — „Glück — ichhosfteso. Abervielleicht—"
Egerton. — „Was willst Du mit diesem vielleicht?"
Harley. — „Vielleicht findet die Heirath nicht statt.Vielleicht habe ich einen Nebenbuhler — keinen offenen, son-dern einen geheimen, verstohlenen Werber — und dazu nochin einem Menschen, dem ich Dienste geleistet und Liebe undVertrauen geschenkt habe. Frag mich nicht weiter. Anssolchen Beispielen von Verrath lernt man eine ehrliche, auf-opfernde und treue Freundschaft, wie die Deintge, AudleyEgerton, nur um so hoher schätzen. Doch da kömmt DeinSchützling, der für eine kleine Weile von den Mühen derWahlbewerbung ausruhen will, und Dein vertrauter Be-rather, Baron Levy. Er begleitete heute Randal auf seinemUmgang durch die Stadt; so angelegentlich sorgt er dafür,daß der junge Mann kein falsches Spiel treiben könne undsein eigenes Interesse dem Dcinigen vorziehe. Würde diesDich überraschen?"
ISO'