1877
Verhehlte Nachsucht. Mit einem Wort, es war so, wiesich's unter den obwaltenden Umständen von einem Man»erwarten ließ, der von einem ihm nahestehenden Freund eineKränkung erlitten hatte, aber sie aus Großmuth oder Klug-heitsrücksichten übersehen wollte, obschon die Unterrichtetenbemerken konnten, daß die frühere Zuneigung kälter und ab-gemessener geworden war. Unermüdlich mit allen den Ein-zelheiten der Wahl beschäftigt, hatte Harley einen gutenVorwand, sich von Audley entfernt zu halten, der seinerSeits ein Unwohlscyn, das durch sein sehr übles und er-schöpftes Aussehen bestätigt wurde, als Grund vorschützte,warum er sich den Anstrengungen einer persönlichen Be-werbung entziehen muffe, und die meiste Zeit in den ihm an-gewiesenen Gemächern zubrachte, während er die Vorberei-tungen für den Kampf seinen thätigeren Freunden überließ.Erst nach seiner Ankunft in Lansmere erfuhr Egerton denNamen seines Hauptgegners. »Richard Avenel! — Nora'sBruder also war aus seiner Dunkelheit hervorgetreten undwollte jetzt Angesicht in Angesicht gegen ihn stehen in einemKampf, von dessen Ausgang sein ganzes Schicksal abhing.Egerton bebte wie vor einem gegen ihn gehetzten Rächerund wäre gern vom Wahlplatz abgetreten. Er sprach mitHarley darüber.
„Wie kannst Du alle die schmerzlichen Erinnerungenertragen, die schon der Name meines Gegners heraufbeschwö-ren muß?"
„Hast Du mich nicht selbst anfgefordert," versetzte Har-ley, „gegen diese Erinnerungen anzukämpfen und sie als