Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1876
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1876

Lady Lansmere , die bisher so höflich kalt gegen die Aus-crwählte ihres Sohnes gewesen war, hatte sich seit ihrerBesprechung mitHarley zu Knightsbridgc stets mit fast lieb-kosender Zärtlichkeit an Helen angeklammert. Die Furchthatte die strenge Gräfin zahm gemacht; sie fühlte, daß esmit ihrem eigenen Einfluß aufHarley vorbei war, und hoffteauf den von Helen im Falle ja, in welchem Falle?Eben weil die Gefahr ihr nicht klar war, zitterte ihr kühnerGeist.Der Aberglaube gleicht der Fledermaus unter denVögeln und fliegt nur in der Dämmerung." Harley hatteden Gedanken an eine Herausforderung und an ein Duellzwischen Audley und ihm hinweggelacht; aber dennoch fürch-tete Lady Lansmere das heftige Aufwallen ihres Sohnesund den hohen Geist und die Selbstachtung, um deren willender Staatsmann tm Rufe stand. Nnwillkürltch wurde da-durch ihr Vertrauen zu Helen inniger; denn wenn ihre Be-sorgnisse als gerechtfertigt erscheinen sollten, welche Vermitt-lung konnte in Beschwichtigung der gereizten Leidenschaftenwirksamer seyn als die des ihm verlobten Wesens, durch das.seine edelsten eine Weihe erhalten hatten?

In Lansmere angelangt fühlte sich jedoch die Gräfinein wenig erleichtert. Harley hatte sie, wenn auch nicht mitder zärtlichen Herzlichkeit von früher, doch freundlich und mitruhiger Fassung empfangen. Sein Benehmen gegen AudleyEgerton machte sie noch sicherer; sie bemerkte darin wedereine übertriebene Zutraulichkeit und Freundschaft, die auf ein-mal die Furcht vor einem finsteren Plan in ihr geweckt ha-ben würde, noch anderer Seits eine unter Sarkasmen übel