Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1878
Einzelbild herunterladen
 

krankhafte Träume zu betrachten? Ich habe mich ermannt,ihnen Trotz zu bieten. Solltest Du empfindsamer sehnals ich?"

Egcrton wagte es nicht, mehr zu sagen, und veriniedalle weitere Berührung des Gegenstandes. Das Getüm-mel der Wahlumtriebe tobte um ihn her, und er schloß sichaus davon, um allein zu sehn mit seinem Herzen. Auch dawar Kampf genug! Einmal in später Nacht schlich er sichhinaus und suchte Nora's Grab auf. Da stand er lang undin tiefem Schweigen unter dem welken Gras und dem fro-stigen Sternenhimmel. Sein ganzes vergangenes Lebenschien an ihm vorüberzuzichcn; und als er wieder auf seinemeinsamen Zimmer anlangte und den Blick ans die Zukunft zurichten suchte, stand noch immer das Einst und jener Leichen-hügel vor seiner Seels.

Man fand es in der Ordnung, daß Audleh Egertonsich aller thätigen Betheiligung an dem vorbereitenden Trei-ben der Nepräscntantenwahl enthielt, und betrachtete denZustand seiner Gesundheit sowohl als das Gefühl seinerWürde für einen genügenden Entschnldigungsgrund. EinStaatsmann von seiner hohen Stellung und so unanfecht-baren öffentlichen Verdiensten, dessen Ansichten nicht erst aus-cinandergesetzt werden mußten, konnte sich wohl die Müheersparen, der ein dunklerer Bewerber sich nicht entziehen durfte,lind außerdem war nach dem allgemeinen Gerücht und nachdem Urtheil des blauen Comite's Mr. Egertons Erwählunggesichert. Aber obgleich Audleh selbst so nachsichtig behan-delt wurde, sorgten Audleh und das blaue Comite dafür.