1857
zorniger werden. Nun, lebt Wohl. Ich werde jetzt glück-lich von hinnen gehen — das heißt, vergleichungsweise.Man muß sein Schicksal tragen, wie — ein Mann!"
„Ich möchte Euch übrigens doch noch einmal sehen, eh'Ihr abreist, und will Euch besuchen. Inzwischen könntIhr mir vielleicht über die Hausnummer eines gewissen Ba-ron Levy Auskunft geben? Ich weiß, daß er in dieser Straßewohnte."
„Levy? Oh, ich rathe — ich bitte Euch, habt nurmit diesem Manne nichts zu schaffen. Er ist der einschmei-chelndste und gefährlichste Schurke. Und ums Himmelswillen, nehmt mein eigenes Beispiel zur Warnung und laßtEuch nicht von ihm verstricken zu — einem Postobit!"
„Seyd versichert, daß ich eher daran gewöhnt bin. Gelbausznlcihen, als selbst zu borgen, und was die Postobitebetrifft, so habe ich ein thörichtes Vorurtheil gegen derglei-chen Geschäfte."
„Nennt es nicht thöricht, L'Estrange; ich ehre Euchum dieses Vorurtheils willen. Wie sehr wünschte ich, daßich Euch früher gekannt hätte; denn es gibt so wenige Män-ner wie Ihr in der Welt. Sogar Randal Leslie, der inden meisten Dingen so fehlerfrei ist und sich nie in eine Patschebringt, nannte meine Bedenklichkeiten thöricht. Jndeß—"
„Halt — Randal Leslie! Wie? Er hat Euch gera-then, Geld auf ein Postobit anfzunehmen und wahrschein-, sich auch einen hübschen Antheil davon bezogen?"
^ „Oh nein; nicht einen Schilling."
Bnlwer, meine Novelle, 117