1858
„Erzählt mir den ganze» Hergang, Frank. Vielleichtkann mir, weil ich sehe, daß Levy mit im Spiel ist. EureMitthcilung non Nutzen sehn und mich behutsam machengegen diesen viel ausgesuchten Gentleman."
Frank fühlte sich, ohne zu wissen nie es kam, ganzheimisch bciHarlcp, und da er bei all seiner Achtung vor-Randal Leslie's Talenten denken mochte, Lord L'Estrangesey ein ebenso verständiger nnd schon um seiner Jahre undErfahrung willen voraussichtlich weit sichererer nnd geschick-terer Beralher, so that es ihm keineswegs leid, die ver-langte Ansklärung zu geben.
Er erzählte Harley von seinen Schulden — von seinemersten Verkehr mit Levh — von dem unglücklichen Postobit,zu dem er sich durch die Bedrängniß der Madame di Ncgrahinrcißcn ließ — von dem Zorn seines Vaters — von demBrief seiner.Mutter — von seinen eigenen Gefühlen, inwelche» sich Stolz und Scham mischte, weil er fürchtete, daßseine Reue als eine Frucht des eigenen Interesses erscheinenkönnte — von dem Wunsch, sein Offizierspatent zu verkaufen ,und mit dem Erlös einen Theil der Postobitschnld abzutragen i
— kurz er machte, wie man zu sagen pflegt, reine Brust. ^
Natürlich kam dabei oft die Sprache aufRandal Leslie, nnd !Harley's schlaue Querfragen ließen ihn bald weit mehr vonder Betheiligung des jungen Diplomaten an dieser kläglichenGeschichte erkennen, als der arglose Erzähler selbst wußte.
„Mr. Leslie hat Euch also versichert," sagte Harleh, >„daß Madame di Negra Euch liebe, während Ihr selbst diese Iangebliche Zuneigung bezweifeltet?"