M8
„W ist allerdings so, und zwar aus Äeweggrnndeti,die —"
„Genug — ich will nicht weiter hören."
„Aber Du wirst doch nicht allzustrcng über Vergangenesurtheilen, da Du im Begriff stehst, neue Bande zu knüpfen.Unmöglich kannst Du so wild und gottlos seyn. über Planenzu brüten, wie sie Deine Stirne zu drohen scheint. Nichtwahr, Du denkst nicht an Rache — willst nicht Audley'sLeben und das Dcinige aufs Spiel setzen?"
„Bst! — bst! — bst! Welcher Grund wäre hier zueinem Duell? Einzelkämpfe sind außer der Zeit— cioilisirteMenschen erschlagen sich nicht mehr mit Schwert und Pisto-len. Beruhigt Euch. Rache! Steht cs wie Rache aus,wenn der eine Zweck meines Hieherkommens der Bitte anmeinen Vater gilt, er möchte mir erlauben, persönlich AudleyEgertons Erwählung betreiben zu dürfen? Was er ammeisten in der Welt Werth hält, das ist seine politische Stel-lung, und bei der bevorstehenden Wahl steht seine ganzepolitische Eristenz auf dem Spiel. Ihr wißt, daß ich meinganzes Leben in dem Ruf eines schwachen, sorglosen, etwasübergroßmüthigen Menschen stand. Dergleichen Leute sindnicht rachsüchtig. Halt! Ihr legt Eure Hand auf meinenArm — ich kenne die Magie dieser leichten Berührung,Mutter; aber ihre Macht über mich ist dahin. Gräfin vonLansmere, hört mich an. Mit Ausnahme jener wahnsinni-gen Leidenschaft, um deren willen ich mich jetzt selbst verachte,habe ich, wie ich hoffe, von Jugend auf Euch stets Gehorsamgeleistet. Jetzt ist unsere gegenseitige Stellung ein wenigBnlwer, meine Novelle, 115