bens, wie ich dem geheimuißvollen Hauche Deines Geniusdas erste reinere Streben meiner Seele verdankte."
Mau wird bemerken, daß Leonard dem Pfarrer nichts"über seine Entdeckung von Nora's schriftlichem Nachlaß, janicht einmal etwas davon mitgetheilt hatte, daß er überdie wahren Verhältnisse seiner Geburt unterrichtet war.Denn obgleich der Leser weiß, wie weit Mr. Dale's Kundennd Argwohn ging, wurde doch gegen ihn des Manuskripteskeine Erwähnung gethan. Der stolze Sohn schrack natürlichvor einem Vertrauen zurück, das Nora's guten Namen bloß-stellte, bis wenigstens Harley, der, wie aus den Papierenhervorging, seinen Vater gut gekannt haben mußte, vielleichtdie Frage entschieden hatte, welche in dem Manuskript soschrecklich unbestimmt dalag — ob er nämlich aus einer ge-setzlichen Ehe stamme oder Nora das Opfer eines unhciligenBetrugs gewesen sey.
Während der Pfarrer noch fortredete und Leonard ge-dankenvoll ihm zuhörte, hatten ihre Schritte fast mechanischdie Richtung nach Knightsbridge eingeschlagen, bis sie end-lich an dem Portale von Lord Lansmere's Wohnung standen.
„Geht hinein, mein junger Freund, während ich außendes Erfolgs Eures Anbringens harre," sagte der Pfarrerermuthigend. „Geht und lernet mit Dankbarkeit gegen denHimmel die kostbarste Wonne ertragen, die einem Sterb-lichen zu Theil werden kann; wo nicht, so ergebt Euch inden herbsten Schmerz der Jugend mit dem demüthigen Glau-ben, daß auch das Leid nur eine verborgene Gnade ist."