1764
Gerechtigkeit sich flüchteten, war nach der Angabe unseresBerichterstatters reichlich mit unterirdischen Gewölben undgeheimen Gängen Versehen und hatte mehr als einen Aus-gang nach dem Flusse hin. Wenn wir also an die Thnreklopften, so konnten dis im Innern befindlichen Strolche nichtnur sich selbst in Sichecheit bringen, sondern auch ihre Ge-fangene mitnehmen. Die Thüre war fest, und eh es gelang,sie zu erbrechen, fanden wir vielleicht keine Spur mehr vonder, die wir suchten. Auch wünschte der Fürst, Peschierafür seine» verbrecherischen Plan verantwortlich zu machen,und es war ihm deßhalb darum zu thnn, als Angenzcngedem Kaiser und dem großen Minister, seinem Verwandten,berichten zu können, wie schnöde der Graf die Erlaubnißfeines kaiserlichen Herrn, um Eure Tochter zu werben, miß-braucht habe. Kurz, während ich nur an Violante dachte,hatte der Fürst auch die Zurückgabe des Herzogtums anihren Vater im Auge. Aber Violante auch nur noch eineStunde, nur noch wenige Minuten in jenem entsetzlichenHaus zu lassen, wo sie jeden Augenblick Peschiera's ent-weihender Gegenmart ausgesetzt war und keinen anderenSchutz besaß, als den des schwachen, falschen Weibes, das siebereits verrathen hatte und vielleicht auch jetzt von ihr ab-trünnig wurde — wie war dieser schrecklichen Gefahr zu be-gegnen? Was konnte nicht Vorfällen zwischen Peschiera'sBestich in dem Haus und seinen: Erscheinen aus dem Schiff,nach welchem er sein Opfer zu schleppen gedachte? EineIdee zuckte in mir auf. Beppo sollte den Grafen nach demSchauplatz der Büberei fuhren. Konnte ich in Verkleidung