Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1759
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1759

Siegel zu gehen, und bis dahin die Anschläge auf seine Ge-fangene verschob. Während ich noch in Furcht und Unge-wißheit mir Mühe gab, meine Geistesgegenwart zu bewahren,und hastig mich mit dem österreichischen Fürsten berieth, obnoch andere Schritte einzuschlagen sehen, oder ob unsere ein-zige Zuflucht darin bestehe, nach dem Schiff zu gehen unddort das Weitere abzuwarten, trat Plötzlich mit seiner ge-wöhnlichen Rühe Leonard in mein Zimmer. Ihr kennt seinGesicht, ans welchem sich Freude oder Trauer weniger durchLeidenschaft als durch die Abwechslung in dem geistigen Aus-druck kund gibt. Nur aus der klareren Stirne und aus demfesteren Blicke konnte ich entnehmen, daß er gute Nachrichtenbrachte."

Ah," sagte Niccabocca, denn so wollen wir den Wei-sen, da er es selbst verlangt, noch immer nennenah, ichnnterwies diesen jungen Mann schon früh in der großenLehre, welche Helvetius einschärft. Alle unsere Verirrungenentspringen ans unserer Unwissenheit oder ans unseren Lei-denschaften. Ohne die Unwissenheit und ohne die Leiden-schaften würden wir ruhige, Alles durchdringende intellektuelleWesen sehn."

Ein Scheuerbesen hat weder Unwissenheit, noch Leiden-schaften," versetzte Harley;was aber sein intellektuellesWesen betrifft"

Pah!" unterbrach ihn Niccaboccafahrt fort."

Leonard hatte uns einige Stunden vorher verlassen.Meiner Weisung gemäß sollte er in Madame di Negra'sWohnung vorsprechen, um dort, da er mit der Dienerschaft