Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1735
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der Thürklinke. Aber plötzlich veränderte sich ihr Gesichtund ihre Lippen wurden blaß; die Thüre war von außenverriegelt. Sie rief keine Antwort. Der Glockenzugim Zimmer gab keine» Ton; die Fenster waren hoch undmit Gittern versehe». Sie gingen weder nach dem Flußnoch nach der Straße hinaus, sondern boten dem Blick nureine Aussicht nach einem engen, düsteren, stillen Hof, derrings von hohen, bleichen Mauern umgeben war. KeinNothrnf, wie laut und scharf er auch erklingen mochte, trafein Ohr.

Beatrice ahnte nun, daß sie nicht minder gefangen warals ihre Gefährtin, und daß Peschiera, der ihrer Stand-hafligkeit im Bösen nicht traute, ihr die Möglichkeit abge-schnilten hatte, ihr Vergehen wieder gut zu machen. Siebefand sich in einem Hanse, das blos von seinen Miethlingenbewohnt wurde, und es schien keine Hoffnung mehr übrig zilbleiben, Violante vor einem Geschick zu bewahren, das jetztsie selbst mit Entsetzen erfüllte. Unter unzusammenhängen-den Selbstvorwnrfen und einem an Wahnsinn gränzendenSchmerz kniete Beatrice neben ihrem Opfer, dasselbe mehrund mehr mit dem eigenen Schrecken ansteckend, während dieStunden dahinrannen und das Zimmer immer dunkler wurde,bis zuletzt die Beiden nur noch im Schein der trüben Lampe,der vom Hof her durch die grimmigen Fenster fiel, ihre Ge-sichter unterscheiden konnten.

Die Nacht brach ein. Sie hörten von einem fernenKirchthurm l>er die Stunden schlagen. Das matte Feuerwar längst ausgebrannt und die Luft wurde empfindlich kalt,