ein. Die Addreffe war von einer fremden Hand. Sie öff-nete das Schreiben und las in italienischer Sprache, waShier in einer Nebersetzung folgt: —
„Ich möchte Euch gerne sehen, kann aber nichtoffen nach dem Hanse kommen, in welchem Ihr Euchaufhaltet. Vielleicht liegt es in meiner Macht, ei-nen Familienzwist zu schlichten und ein Unrecht gutzu machen, das Euer Vater erlitten hat. Möglichauch, daß ich mich in der Lage befinde, Euch einenwesentlichen Dienst zu erweisen. Zu diesem Endeist es jedoch nöthig, daß wir uns sehen und offenmit einander sprechen. Mer die Zeit drängt und ge-stattet keine Zögerung. Wollt Ihr eine Stunde nachMittag in dem eingehägten Weg, der zu der Hintcr-thnre Eures Gartens führt, mit mir Zusammen-treffen? Ich wrrde allein erscheinen, und Ihr könntEuch nicht fürchten vor einer Zusammenkunft miteiner Angehörigen Eures Geschlechts, die Eure Ver-wandte ist. Ach, wie sehne ich mich danach, Euchzu sehen! Kommt; ich bitte flehentlich darum.
Beatrice."
Violante las, und ihr Entschluß war gefaßt. VollNatur aus furchtlos, gab es wenig, was sie nicht gewagthaben würde, wo sich's um eine Aussicht handelte, ihremVater einen Dienst zu leisten. Und nun schien ihr jede Ge-fahr, geringe zu sehn in Vergleichung mit dem, waS ihr inder von ihrem Vater unterstützten Werbung Randals bevor-Bulwer, meine Novelle. 108