Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1712
Einzelbild herunterladen
 

1712

Ah," murmelte Harley,es ist vielleicht so; aberin einem Alter, wie das Einige und das ihrige, hasten Ein-drücke auf dem Geist nicht lange. Versteht mich recht ichsage auf dem Geist; denn das Herz ist schon beharrlicher."

Helen seufzte leise, aber aus tiefer Brust.

Und deswegen," fuhr Harley halb vor sich hinspre-chend fort,können wir leicht entdecken, wenn etwas denGeist bedrängt eine Sorge, eine Furcht, eine Unruhe.Aber wer kann es ergründen oder auch nur ahnen, wenn dasHerz sich über dem Kummer einer Leidenschaft schließt! DochIhr, meine reine aufrichtige Helen Ihr wenigstens könntetHerz und Geist in gleicher Weise der Probe des sagenhaf-ten Glasfensters unterwerfen."

O nein!" rief Helen unwillkürlich.

O ja! Laßt mich nicht denken, Ihr berget auch nur einGeheimniß, das ich nicht wissen, nur einen Kummer, denich nicht theilen dürfte. Denn bei unserem Verhältniß wäredies ein Betrug."

Er drückte bei diesen Worten ihre Hand mit mehr alsgewöhnlicher Innigkeit und verließ bald nachher das Haus.

Und jene ganze Nacht fühlte sich Helen wie ein schuld-beladenes Wesen unglücklicher sogar als Biolante.

Fünftes Kapitel.

Früh am nächsten Morgen, als Biolante sich nochaus ihrem Zimmer befand, lies ein Brief an sie durch die Post