Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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1643
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Weile an das Fenster und betrachtete den Mond. DieserAnblick weckte auf's Neue die Gedanken an die ferne, verlo-rene Nora in ihm. Wir wissen bereits, daß in der Naturdieses Mannes wenig Romantik und Sentimentalität lag,und cs gehörte nicht z» seinen Gewohnheiten, nach Mondund Sternen aufzublicken. Aber wenn je ein romantischesFlüstern seinen harten, starken Sinn milecrte oder Mondund Sterne seinen Blick von der Erde wegzauberten, so er-schien ihm Nora's liebliches Antlitz, gleich dem einer Muse,und ihr holdes, liebevolles Auge im milden Mond-und Ster-nenschein, und Nora's zärtliche Stimme sprach aus denFlüsterlauteu dessen, was wir Romantik nennen, obschondiese Töne nur der geheimnisvollen Poesie angehören, welcheimmer in der Luft lebt, wenn wir uns nur herablassen woll-ten, auf sie zu lauschen. Mit einem Seufzer wandte er sichab, zog die Kleider ans, warf sich auf das Bett und löschtedas Licht ans. Aber das Licht des Mondes ließ sich nicht ausdem Zimmer verdrängen und hielt ihn noch geraume Zeitwach, bis er endlich entschlossen den Blick von dem himm-lischen Strahl ab- und der dunkeln, blinden Wand zukehrte.Er schlief ein; aber auch in seinem Schlummer war er beiNora wieder in der bescheidenen bräutlichen Heimath. Niewar die Ferne in seinen Träumen so bestimmt und lebenvollvor seine Seele getreten, ihre Augen zu den seinigen auf-geschlagen, ihre verschlungenen Hände aufseinen Schulternruhend, wie sie sonst so anmuthig zu thun Pflegte, und ihreStimme so demnthig murmelnd:Ist es also meine Schuldgewesen, daß wir getrennt wurden? Vergib vergib mir!"