1838
Und als sie sie auf bas Bett gelegt hatten, flüsterte Mrs.Avenel John zu, er solle sich einen Augenblick entfernen;und mit znsammcngepreßten Lippen und zitternden Händenbegann sie den Anzug loszumachen, unterdessen Druck Nora'sHerz krampfhaft klopfte, lind John verließ mit verwirrtemSinn das Zimmer, setzte sich auf die Treppe und wußte nicht,ob er wache oder träume. lind ein Gefüllt kalter Erstarrungüberlief seine eine Seite, und der Kopf ward ihm schwerunter dem lauten, schlagenden Getös in seine» Ohren. Plötz-lich stand sein Weib an seiner Seite und sprach mit sehrgedämpfter Stimme:
„John, lauf zu Mr. Morgan — beeil' Dich! Aberwohlgemerkt — sprich mit Niemand unterwegs. Hurtig!hurtig!"
„Ist sie im Sterben?"
„Ich weiß es nicht. Warum nicht vorher sterben?"sagte Mrs. Avenel zwischen den Zähnen „Aber Mr. Morganist ein verschwiegener, freundlicher Mann."
„Ein achter Blauer!" murmelte der arme John, alssey sein Geist in der Irre.
Mit Schwierigkeit sich aufrichteud, starrte er sein Weibeinen Augenblick an, schüttelte den Kopf und war fort.
Ein Paar Stunden später machte ein bedecktes Wägel-chen vor Mr. Nvenels Haus Halt. Zuerst stieg ein jungerMann mit blassem Gesicht und von gedrungenem Bau aus,der das Sonntagsgewaud eines Handwerksmanns vom Landetrug. Zu ihm beugte sich ein einfaches, aber angenehmes,ehrliches Gesicht lächelnd nieder, und dann tauchten aus der