Aufenthalt entdeckt. Er kam selbst zu Lady Jane, und sieverbot ihm unter ernsten Vorwürfen das Haus. Ja, eswurde ihm nicht einmal möglich, sich mit Nora zu bespre-chen. Er schrieb ihr, lebte aber der festen Ueberzeugung,daß seine Briefe unterschlagen würden, da er nie eine Ant-wort erhielt. Sein junges Herz kochte vor Wuth. Er ließDrohungen fallen, welche nicht nur Lady Lansmere in Schre-cken setzten, sondM auch besonnenere Besorgnisse bei seinemFreund Audley Egerton weckten. Aus die Bitten der Mutterund den Wunsch des Sohnes willigte Audley ein, die LadyJane zu besuchen und Nora kennen zu lernen.
„Ich habe ein so großes Vertrauen zu Euch," sagteLady Lansmere, „daß Euer Rath, wenn Ihr einmal mitdem Mädchen bekannt seyd, sicherlich Gewicht bei ihr hat.Ihr werdet sie belehren, wie sündhaft es von ihr seyn würde,wenn sie Harley gestattete, seinen Eltern das Herz zu bre-chen und seine Stellung herabzuwürdigen."
„Ich habe ein so großes Vertrauen zu Dir," sagteder junge Harley, „daß Du, wenn Du einmal Nora kennengelernt hast, nicht mehr auf die Seite meiner Mutter tretenkannst. Du wirst den Adel anerkennen müssen, den alleindie Natur zu verleihen vermag — wirst zugeben, daß Noraeines noch höheren Ranges, als des »reinigen, würdig ist.Und meine Mutter glaubt so fest an Deine Weisheit, daßDu sogar sie überzeugen kannst, wenn Du Dich meiner Sacheannimmft."
Audley hörte Beide mit seinem klugen, halb ungläu-bigen Lächeln an und beschloß, vollkommen einverstanden mit