Tilgend der Nicdnggeborenen zu waffnen und ihren Sinn zustählen. Dann sprachen einige durch Thränen verwischteSätze von verwundeten und gedemülhigten Gefühlen — voneiner Person, die, wie in Vollmacht von Seilen der Elterndes Bewerbers handelnd, sich cingemengt, ihr mit Fragen,mit Vorwürfen und Rath zugesetzt hatte. Und cs wurdenun augenscheinlich, daß die Bewerbung keine entehrende war— sie drang zwar auf Flucht, zugleich aber auf die Ehe.
Und nun wurden diese Sätze noch kürzer, wie in Folgeeines kräftigen Entschlusses. Und dann kam eine so schöneStelle, daß Leonard beim Lesen sich der Thränen nicht er-wehren konnte. Sie enthielt die Schilderung eines Besuchsin der Heimath vor einem schmerzlichen Abschied. Da zeigtesich das Bild einer stolzen und eitlen, aber zugleich zärtlichenund verständigen Mutter — die innigere aber weniger ge-dankenvolle Liebe eines Vaters. Dann ein ruhiger undtrostbringender Auftritt zwischen dem Mädchen und ihremersten Dorfliebhaber, der mit den Worten schloß: „So legtesie NUS. Hand in die ihrer Schwester und sagte: 'Michliebte Eure Phantasie ; laßt bei ihr die Liebe aus dem Her-zen kommen.' Und sie verstanden einander und warenVerlobte."
Leonard seufzte. Er begriff nun, wie Mark Fairfieldin den einfachen Zügen seines nicht einmal des Lesenskundigen Weibes den Wiederstrahl von der Seele und demAntlitz ihrer Schwester erblickte.
Nur wenige Worte waren dem endlichen Abschied ge-widmet — Worte, die als ein eigentliches Gemälde erschie-