einmal erreichend, denn es ist das eines Knaben, und sieschildert ihn mit reichen blonden Locken, mit Augen, fremddem Schmerz und fest gegen die Sonne, wie die des jungenAdlers — mit Adern so roll von dem Weine des Lebens,daß sie überstimmen in jede fröhliche Laune — mit Nerven,bebend vor Begier nach Ruhm — von offenem, edlem Wesen,obschon etwas vorschnell in seinem lachenden Spott über eineWelt, die er nicht kannte. Leonard konnte sich nicht denken,wer dieser Knabe sehn mochte, und scheute sich, zu rathen.Bald stellt sich — weniger in klaren Worten als in leisenAndeutungen — heraus, daß diese Bekanntschaft, wie immersic auch zu Stande gekommen sehn mochte, der Schreiben»Furcht und Schmerz bereitet. Wie früher im Falle desMark Fairfield ist Liebe nur auf der einen, nicht aber aufder anderen Seite — auf der ihrigen warme fast schwester-liche Theilnahme, Bewunderung, Dankbarkeit — zugleichaber auch etwas wie Stolz oder Schrecken, das die Liebeznrückhält.
Leonards Theilnahme wurde immer gespannter. Warenhier Züge, durch welche seine Vermuthung zur Gewißheitwurde und trotz des Verlaufs der Zeit in dem knabenhaftenLiebhaber sich sein eigener edler Wohlthatcr erkennen ließ?
Bruchstücke von Dialogen begannen jetzt die Bewer-bung einer glühenden, leidenschaftlichen Natur und die ein-fache Verwunderung, das unheimliche Bangen einer Zuhü-rerin zu enthüllen, welche wohl Mitleid aber keine Theil-nahme empfinden konnte. Ein großer, weltlicher Unterschieddes Ranges wurde sichtbar — dieser Unterschied schien die