Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1334
Einzelbild herunterladen
 

1334

und mit einem zärtlichen Kuß auf ihre Wange zu ihr sagte:Aber Ihr seyd gerade ein Wesen, wie Harleys Herz esbedarf ganz die Person, welche im Stand ist, ihn ansden schwermüthigen Träumen zu wecken, die er vergeblichdurch seinen wileen Humor zu bemänteln suchte" da kreuzteViolante ihre Arme auf der Brust, und ihre glänzenden inni-gen Augen schienen zu fragen:Er schwermüthig? undwarum?"

. Nachdem Lady Lansmere Violante's Zimmer verlaffenhatte, hielt sie vor Helens Thüre und trat nach kurzem Be-sinne» leise ein.

Helen hatte ihr Mädchen entlassen und kniete in demAugenblicke, als die Gräfin ihr Zimmer betrat, zu denFüßen ihres Bettes, das Antlitz mit ihren Hände» verhüllt.

Ihre Gestalt so gesehen, nahin sich so jugendlich undkindlich, die Haltung selbst so heilig und rührend aus, daßder stolze und kalte Ausdruck auf Lady Lansmere's Gesichtentschwand. Sie hielt unwillkürlich die Hand vor das Lichtund setzte sich schweigend nieder, um die Handlung des Ge-bets nicht zu stören.

Als Helen sich erhob, war sie nicht wenig bestürzt, die.Gräfin neben dem Feuer sitzen zu sehen, und fuhr hastigmit der Hand über die Augen. Sie hatte geweint.

Lady Lansmere bemerkte jedoch nichts von den Thränen-spuren, die, wie Helen befürchtete, nur zu sichtlich waren; siehatte zu viel mit ihren eigenen Gedanken zu schaffen, und alsHelen ihr schüchtern nahete, sagte sie, das Auge noch immeraus das klare, niedrig brennende Feuer gerichtet: