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12/17 (1853)
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können; denn im menschlichen Leben sind die Bücher nichtsAnderes/'

Bücher! Und ich habe noch keines von den Eurigengelesen. Und Lord L'Estrange sagt mir, daß Ihr bereitseinen großen Ruf errungen, habt. Gleichwohl seyd sJhrmeiner eingedenk des armen, verwaisten Kindes, dasIhr zuerst am Grabe seines Vaters weinen saht und mitdem Ihr Euer junges, ohnehin so schwer belastetes Lebennoch weiter überbürdetet. Nein, nennt mich immerhin Helen;Ihr werdet mir stets ein Bruder seyn! Lord L'Estrangefühlt dies und hat es auch gegen mich erklärt, als er mirsagte, daß wir uns Wiedersehen dürsten. Er ist so hoch-herzig so edel. Bruder!" rief Helen plötzlich und bot ihmihre Hand hin, während ein süßer, aber erhabener Ausdruckihr sanftes Antlitz überflogBruder, wir wollen seineAchtung nie verscherzen wollen Beide unser Bestes thun,ihm zu vergelten. Wollen wir nicht? sprecht!"

Leonard fühlte sich von widerstreitenden und unerklär-lichen Erregungen überwältigt. Die liebevolle Anrede rührteihn fast zu Thränen; der Druck der Hand, welche die seinigegefaßt hielt, durchzuckte sein Innerstes; und doch erfüllteihn zugleich eine unbestimmte Furcht, eine Art Bewußtseyn,daß den Worten ein tieferer Sinn zu Grunde liege- einEtwas, das alle Hoffnung erstickte. Und das WortBruder",ein Name, welcher ihm früher so theuer und kostbar ge-wesen warum bebte er jetzt davor zurück? Warum konnteer nicht gleichfalls von dem süßen NamenSchwester" Ge-brauch machen?