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können; denn im menschlichen Leben sind die Bücher nichtsAnderes/'
„Bücher! — Und ich habe noch keines von den Eurigengelesen. Und Lord L'Estrange sagt mir, daß Ihr bereitseinen großen Ruf errungen, habt. Gleichwohl seyd sJhrmeiner eingedenk — des armen, verwaisten Kindes, dasIhr zuerst am Grabe seines Vaters weinen saht und mitdem Ihr Euer junges, ohnehin so schwer belastetes Lebennoch weiter überbürdetet. Nein, nennt mich immerhin Helen;Ihr werdet mir stets — ein Bruder seyn! Lord L'Estrangefühlt dies und hat es auch gegen mich erklärt, als er mirsagte, daß wir uns Wiedersehen dürsten. Er ist so hoch-herzig — so edel. Bruder!" rief Helen plötzlich und bot ihmihre Hand hin, während ein süßer, aber erhabener Ausdruckihr sanftes Antlitz überflog — „Bruder, wir wollen seineAchtung nie verscherzen — wollen Beide unser Bestes thun,ihm zu vergelten. Wollen wir nicht? — sprecht!"
Leonard fühlte sich von widerstreitenden und unerklär-lichen Erregungen überwältigt. Die liebevolle Anrede rührteihn fast zu Thränen; der Druck der Hand, welche die seinigegefaßt hielt, durchzuckte sein Innerstes; und doch erfüllteihn zugleich eine unbestimmte Furcht, eine Art Bewußtseyn,daß den Worten ein tieferer Sinn zu Grunde liege —- einEtwas, das alle Hoffnung erstickte. Und das Wort „Bruder",ein Name, welcher ihm früher so theuer und kostbar ge-wesen — warum bebte er jetzt davor zurück? Warum konnteer nicht gleichfalls von dem süßen Namen „Schwester" Ge-brauch machen?