12S1
— „Wenn Ihr ihn errathen könnt, Helen, so bitte ich Euch,ihn mir mitzutheilen."
Helen (schüttelt ihr hübsches Köpfchen und antwortetmit einem lieblicheren Lächeln als gewöhnlich). — „Ich binkeine Freundin von Krieg und Kriegern."
Harley (zu Violante). — „Dann muß ich michunmittelbar an Euch wenden, meine überzeugte Bellona.
— Liegt der Grund in der Grausamkeit, die dem weiblichenCharakter eigen ist?"
Violante (mit einem süßen musikalischen Lachen).
— „Nein; sondern in zwei Eigenschaften, die ihm noch na-türlicher sind."
Harley. — „Dies geht über meine Fassungskraft.Welche mögen dies seyn?"
Violante. — „Mitleid und Bewunderung. Wir ha-ben Mitleid mit dem Schwachen und bewundern den Tapfer»."Harley senkte den Kopf und schwieg.
Lady Lansmere hatte ihre Unterhaltung mit Rieea-bocca unterbrochen, um diesem Gespräch ihr Ohr zu schenken.
„Entzückend!" rief sie. „Ihr habt mit einemmale aus-gedrückt, über was ich mir oft Gedanken machte, ohne zueinem Ergebniß zu kommen. Ah, Harley, es freut mich, zusehen, daß Deine Satyrs abgeschlagen wurde. Du hast hier-auf nichts zu erwiedern."
„Nein; ich gebe mich gerne gefangen und will bereit-willig das Mitleid der Signorina in Anspruch nehmen,da mein ritterliches Schwert an der Wand hängt und ich