gleichem Alter, aber Jugend schien bei oberflächlicher Be-obachtung Alles zu sehn, was sie mit einander gemein hat-ten. Man konnte sich nicht leicht einen größeren Gegensatzdenken, und das Seltsamste dabei war, daß beide dadurchgewannen. Violante's leuchtende Lieblichkeit wurde nochblendender, und Helen's schönes, sanftes Antlitz noch ge-winnender. Weder die Eine noch die Andere hatte mit Mäd-chen ihres Alters verkehrt, und beide fühlten sich gegen-seitig gleich angezogen. Mokante als die weniger schüchternebegann die Unterhaltung.
»Ihr seyd seine Mündel — Lord L'Estrangc's Pfleg-befohlene?"
»Ja."
„Vielleicht kamt Ihr mit ihm auS Italien?"
„Nein, das eben nicht; aber ich habe mich mehrereJahre in Italien aufgehalten."
„Ah, und es thut Euch leid — doch nein, wie thöricht— Ihr kamt ja wieder in Euer Geburtsland zurück. Aberder Himmel Italiens ist so blan, und hier scheint ihm vonNatur die Farbe zu fehlen."
„Lord L'Estrange sagte mir, Ihr sehet noch sehr junggewesen, als Ihr Italien verließet, und doch ist Eure Erin-nerung so gut. Auch er zieht Italien England vor."
„Er? — Unmöglich!"
„Warum unmöglich, meine schöne Zweiflerin?" riefHarley, sich mitten in einer Rede an Mrs. Riccabocca unter-brechend.
Biolgnte hatte sich's nicht träumen lasten, daß sie ge-