Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1243
Einzelbild herunterladen
 

1243

wen» Mr. Norrehs oder sonst ein seltener Besuch kam undzu ihr sagte (wenigstens Versäumt Mr. Norrehs nie, dies zuthun):Wie hübsch doch Alles hier gehalten ist! Waskönnte Leonard ansangen ohne Euch, Mrs. Fairfield?"

Und zu Mr. Norrehs unendlicher Belustigung gab Mrs.Fairfield stets dieselbe Antwort:

Ja wohl, Sir, danke gar schön; aber ich denke, daßdas Besuchzimmer schrecklich staubig ist."

Als Leonard sich allein sah, kehrte sein Geist wieder zudein früheren Träumen zurück lind sein Gesicht nahm denAusdruck an, welcher demselben nun gewöhnlich gewordenwar. Sein Aeußeres hatte sich, seit wir ihn zum letzten-mal sahen, sehr verändert. Seine Wangen waren blaßund schmächtig, seine Lippen fester und gedrungener undseine ernsten Augen gedankenvoller, so daß man wohl bemer-ken konnte, es sep der Schmerz über ihn hingegangen. Aberdie Schwermut!) in seinem Antlitz erschien unaussprechlichsüß und ruhig, und seine breite Stirne bekundete jene Kraft,die man so selten an der Jugend wahrnimmt die Kraft,welche überwunden hat und ihre Siege nur durch Ruhe ver-rätst. Die Periode des Zweifels, des Kampfs und des Trotzeswar für immer vorüber; Genius und Seele hatten sich mitdem menschlichen Leben versöhnt. Welch ein liebliches Antlitz

so fanft und friedlich in seinem Charakter! Kein Mangelan Feuer im Gegentheil, das Feuer brannte so klar undstetig, daß cs nur den Eindruck des Lichtes machte. DieOffenheit seiner Knabenjahre, die Einfachheit des Dörflers

beides war noch vorhanden, aber veredelt durch das Ge-