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„Und sehr reich?"
„Nicht daß ich wüßte — im Gegentheil. Allerdingshat er sich des Genusses bedeutender Einkünfte zu erfreuen."
Ein junger Attache von weniger Zurückhaltung alsder Prinz flocht jetzt die Bemerkung ein:
„O, Peschiera! Der arme Schelm! Er liebt dasSpiel zu sehr, um reich sepn zu können."
„Auch ist Aussicht vorhanden, daß der Verwandte,dessen Revenüen er theilweise genießt, begnadigt und wiederin den Besitz seiner Güter eingesetzt werde — so höre ichwenigstens," warf Randal arglistig hin.
„Es soll mich freuen, wenn es wahr ist," versetzte derPrinz mit Bestimmtheit, „und ich theile hierin die Gesin-nung von ganz Wien. Jener Verwandte hat einen edlenGeist und wurde, wie ich glaube, in gleicher Weise bethörtund verrathen. Entschuldigt, Sir; aber wir Oesterreichersind nicht so schlimm, als nian uns malt. Seyd Ihr inEngland je mit dem Verwandten, von dem ihr sprecht,zusammengetroffen?"
„Nein, obschon man vermuthet, daß er auf engli-schem Boden weilt. Ich habe von dem Grafen gehört, daßer eine Tochter hat."
„Der Graf — ha! Ich vernahm etwas von einemAnschlag — eine Wette jenes — jenes Grafen. Eine Toch-ter! Das arme Mädchen! Ich hoffe, daß sie seinen Nach-stellungen entgeht; denn ohne Zweifel hat er es auf sie ab-gesehen."
Bulwer, meine Novelle. 73