Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1140
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ge» Franziums, des Grafen von Peschiera, waren kaum denenunseres Randal Leslie begegnet, als aus beiden ein Strahlgegenseitigen Verständnisses schoß. Sie sprachen zwar nurvon gleichgiltigen Dingen, vom Wetter, von Stadtncuig-keiten, von Politik und so weiter, verbeugten sich und lächel-ten; aber mittlerweile blieb jeder auf der Lauer und suchtedie Gedanken des Andern zu ergrüudeu. Sie maßen gegen-seitig ihre Kräfte und sagten innerlich zu sich:dies ist einausgemachter Schurke; bin ich ihm wohl gewachsen?" DieBegegnung hatte beim Diner stattgefuiwen, und nach eng-lischer Sitte ließ Madame die Negra die beiden Ehrenmännerbalv bei ihrem Weine allein.

Jetzt zum erstenmal versuchte der Graf di Peschiera vor-sichtig und gewandt einen gedeckten Zug, um dem Zweckihrer Zusammenkunft näher zu rücken.

Ihr habt wohl noch nie das Festland bereist, meinthcurer Sir? Seht zu, daß Ihr mich in Wien besuchenkönnt. Ich räume gerne ein, daß Euer London Prächtig ge-nug ist; aber offen gestanden, ich vermisse hier die Freiheit !unserer Kaiserstadt, eine Freiheit, welche die Lebenslust mit Ider feinen Sitte paart. In eurer gemischten Gesellschaftbemerke ich Aufdringlichkeit und Anspruchsfülle bei denen,welche kein Recht haben, sich in dieselbe einzudrängen, undgekünstelte Herablassung oder erkältenden Hochmuth auf Seitederjenigen, welchen daran gelegen ist, untergeordnete Per-sonen in einer gewissen Entfernung zu halten. Bei uns, woRang und anerkannte Geburt Bedingungen des Zutrittssind, fühlt man sich bald traulich, und eS gibt deßhalb