1134
und zog gelegentlich zum Recognosciren aus, hielt sich aberdabei stets an die unmittelbare Nachbarschaft und verlor dasHaus nie aus dkm Gesichte. Sein Lieblingsspaziergangführte nach der Höhe eines mit niedrigem Buschholz übcr-kleideten Hügels. Dort konnte er oft nachsinnend sitzen blei-ben, bis der Hufschlag von Randals Roß von der gekrümm-ten Straße herklang und die Sonne, mit rothem Lichte dasgelbe Laub beleuchtend, am dunstigen Herbsthimmcl in pur-purner Glut niederging. Unten an dem Hügel und keinezweihundert Schritte von seiner eigenen Wohnung befandsich eine zweite Behausung, die einzige, derer man in derUmgegend ansichtig wurde — eine allerliebste ländliche, durch-aus englische Hütte, obschon sie einigermaßen denen in derSchweiz uachgebildet zu seyn schien, mit strohgedecktem Gie-beldach und hübschen, Umspringenden Fensterschößcn, die vonSchlingpflanzen und Rankenrosen umwachsen waren. Bonseiner Anhöhe aus konnte er den Garten des Häuschens über-schauen, und sein Künflleraugc schwelgte vom ersten Augen-blick an in der Schönheit, den ein gewählter Geschmack demkleinen Raume verliehen hatte. Selbst in jener unlustigeitJahreszeit zeigte der Garte» ein sommerliches Lächeln inder Abwechslung des Hellen Immergrünes und in dem küh-nen kräftigen Stand der wenigen noch vorhandenen Blumen.Gegen Mittag war eine Colonnade oder bedeckte Gallerte,einfach aus Lattenwerk zusammengesetzt, angebracht, underst vor kurzem cingepflanztc Schlinggewächse begannen be-reits die Säulen zu überkleiden. Dieser Colonnade gegen-über befand sich eine Fontäne, die den Doktor an seine