Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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eigene bei dem verlassenen Casino erinnerte. Sie hatte inder That eine auffallende Aehnlichkeit mit derselben dienämliche Kreisform und die gleiche Blnmenumfassung. Aberihr Strahl wechselte mit jedem Tage fantastisch und viel-gestaltig, wie das neckische Spiel einer Najade indemer bisweilen baumartig auseinander schoß, ein andermal dieBlnthe einer Winde nachbildete, oder auch auf ihrem Silber-strom eine Scharlachblume, eine goldene Frucht in die Höhetrug, als tändle er wie ein glückliches Kind mit seinemSpielzeug. Und in der Nähe der Fontäne stand ein Vogel-haus, groß genug, um einen Baum einzuschließen. DerItaliener konnte kaum noch das bunte Farbeuspicl seinergefiederten Bewohner unterscheiden, die innerhalb des Gitter-werks hin und herhuschten, und hörte ihren Gesang, einenlebhaften Gegensatz bildend zu dem Schweigen des frei durchdie Lüfte schwebenden Völkchens, welchem der nahe Winterbereits die Kehlen geschlossen hatte.

Riccabocca's Auge, das dem Reiz des Schönen so zu-gänglich war, labte sich in dem Hochgenuß, welchen ihm derAnblick dieses Gartens bereitete. Er fühlte darin einenZauber, der am wirksamsten seine ängstlichen Sorgen undseine wehmüthigen Erinnerungen bannte.

Er hatte auf jenem kleinen Besitzthum nie mehr alszwei Gestalten wahrgenommen, deren Züge er nicht zuunterscheiden vermochte. Die eine war eine Frau, wie esihm däuchte, von gesetztem Wesen und ländlichem Aussehen,die sich jedoch nur selten blicken ließ, die andere ein Mann,welcher oft in der Colonnade auf und ab ging und häufig