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de» gewöhnlichen weiblichen Fertigkeiten in Verbindung brin-gen konnte. Kein Piano stand offen, keine Harfe füllte jeneNische ans, die für ein solches Instrument gemacht zu seynschien; kein Stickrahmen oder Arbeitstisch deutete auf diegewöhnlichen anmuthigen Beschäftigungen eines Mädchens;aber auf an der Wand angebrachten Simsen befand sicheine Sammlung der besten englischen, italienischen und fran-zöstschen Schriftsteller, und diese deuteten auf einen Um-fang von Belesenheit, welchen man sicherlich nicht als männ-lich verdammen wird, wenn man geistigen Genuß wünschtin dem süßen Verkehr mit einer Angehörigen des zweitenGeschlechts, der Alles mildert und veredelt, was erinTauschgibt und nimmt. Man durste «ur Violante ins Gesichtschauen, um zu sehen, wie edel der Geist war, der diese lieb-lichen Züge beseelte — nichts Hartes, nichts Trockenes oderStrenges darin. Allerdings konnte es Niemand entgehen,daß sie etwas wußte; aber auch dieser Ausdruck verlor sichin holder Anmuth. In der That verwandelten bei ihr Herzund Phantasie alles, was sie sich von den ernsteren Kennt-nißzweigen angeeignet hatte, in geistiges Gold. Gab manihr ein noch so langweiliges und trockenes Geschichtswerkin die Hand, so fand doch ihre Einbildungskraft Schön-heiten ans, die anderen Lesern entgangen Ware», und mitdem Auge des Künstlers entdeckte sie überall sogleich dasMalerische. Zn ihrem Geiste schien Etwas zu liegen, daSalles Gemeine und Niedrige zurückwies, während es in alleinAufgenommeuen das Schöne und Erhabene hervorhob. Siehatte so abgeschieden von Altersgenossinnen gelebt, daß man