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Eilftes Kapitel.
Violante saß ür ihrem Stübchen und sah von demFenster ans nach der Terrasse hin. die sich unter ihr aus-streckte. Der Tag war warm für die Jahreszeit. Schakeimohatte wegen des herannahenden Winters die Orangenbäumebereits unter Dach gebracht, und wo sie gestanden, saßMrs. Riccabocca mit einer weiblichen Arbeit. Der Doktordagegen befand sich in dem Belvedere und hielt Rücksprachemit seinem Diener. Die Thüre und die Fenster des letzterenstanden offen, und von ihren Sitzen aus konnten Gattinund Tochter den Padrone sehen, der mit gekreuzten Armenund auf den Boden gehefteten Blicken an der Wand lehnte,während Schakeimo, den Finger auf den Arm seines Ge-bieters legend, augenscheinlich in eifrigem Gespräch begriffenwar. lind die Tochter richtete von dem Fenster aus unddie Mutter von ihrer Arbeit weg liebevolle ängstliche Blickvauf die stille, nachdenksame Gestalt, die Beiden so theuer warund an der sie während der letzten paar,Tage ein ungewöhn-lich zerstreutes, ja, bis zum Düster sich steigerndes Wesenwahrgenommen hatten. Sie fühlten, daß sein Herz durchetwas beunruhigt wurde, das ihnen noch ein Gcheimniß war.
Violante's Zimmer zeigte in stillen Zügen die Beschaf-fenheit der Erziehung, durch welche ihr Charakter gebildetworden war. Außer einem Skizzenbuch, das offen auf ei-nem neben ihr stehenden Pult lag und ein sehr sorgfältig ge-Pstegtes Talent bekundete (denn im Zeichnen war Rieca-bocca ihr Lehrer gewesen), sah man nichts, was man mit