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dnrchlesenen Buch zu liegen pflegte; — ein Knabe
— ein nachdenklicher Knabe; und doch wie glück-lich! Welche Welten schienen sich mir auf jederSeite meiner Bücher zu öffnen! Wie unerschöpflichachtete ich die Schätze und Hoffnungen des Lebens.Reizend dünkte mir damals auf den Gipfeln derBerge der Weg zum Wissen; ich ahnete nichts vonall Dem, was die grübelnde, einsame Leidenschaftdie ich nährte, über mich verhangen würde. Dortin den Schluchten des Thals, auf den Höhen derHügel, am duftigen Bette des Baches, begann ichschon dem Kraut und der Blume ihre Geschichteabzugewinnen; nichts sah ich, dessen Geheimnißich nicht zu enthüllen wünschte. Alles, was dieErde hervorbrachte, diente mir zu Einem Wunsch
— und wo hätte sich etwas Niedriges oder Unrei-nes mit diesem Wunsch verbunden? Der kleinlich«Geiz, die gemeine Ehrsucht, die entwürdigendeLiebe, ja selbst die Gluth, der Zorn, der Leichtsinn,die Launenhaftigkeit, die andern Menschen gewöhn-lich sind, reizten sie, entlockten sie meine Natur je-ner steilen einsamen Warte? Ich lebte blos, ummeinen Geist zu nähren; Wissen war mein Durst,mein Traum, meine Nahrung, die einzige Quelle,der einzige Träger meines Lebens. Aber Hab ichnicht Wind gesät und Sturm geerudtet? DerGlanz meiner Jugend ist dahin, mein Blut fledert,meine Gestalt ist gebeugt, mein Herz von Sorgenangenagt, meine Nerven schlaff wie ein losgespann-