Druckschrift 
3 (1839)
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

155

mein ist, diese Gegend fliehen; ich will einen nochdunkler», entlegeneren Winkel der Erde aufsuchcn;ich will einen andern Namen annehmen - Thor!warum Hab ich Das nicht früher gethan? Doch wasliegt endlich daran? Was da oben geschrieben ist,bleibt geschrieben. Wer kann mit der unsichtbarenNiesenhand kämpfen, von welcher die Welt selbstin Bewegung gesetzt wurde und nach deren Vor-ausbestimmung wir die dunkle Gabe des Lebensund des Todes empfahen?"

Erst gegen Abend befand sich Aram völlig er-schöpft und abgemattct wieder in der Umgegend vonLesters Haus. Die Sonne war erst vor ihrem Un-tergang durch das Gewölk gebrochen, schimmertejetzt aus dem umglühten Westen über die Häu-fenden Hecken, und warf einen kurzen, aber zauber-haften Glanz auf die üppige Landschaft umherauf die bunten Wälder, in die tausend Farben desHerbstes gekleidet; die zerstreuten friedlichen Hüt-ten, mit den langen, aufwärts schlängelnden Rauch-streifen; die grauen, ehrwürdigen Mauern des Her-renhauses mit der Kirche daneben und der zartenThurmspitze, die, in den blauen Himmel hinein«ragend, als Las rührendste und feierlichste BilddeS Glaubens erscheint, dem sie geweiht ist! Eswar Sonntag Abend, und Aram konnte von sei-nem Standpunkte aus unterscheiden, wie die Land-leute da und dort in langsamen Zügen die grüneDorfgasse gegen das Gotteshaus herauf kamen.