schen dem Herzen so wohl thnt. Im Gefühl, wiedürr uns selbst die Welt gemacht hat, dünkt es»nS dann wie ein Wunder, daß so viel vom thaui-gen Schimmer des Lebens in den Winkeln undThäleru zurückgeblieben ist, welche vor der Berüh-rung der Sonne und der Menschheit sich bis jetztnoch jungfräulich bewahrt haben.
Die Schwestern waren diesen Abend außerge-wöhnlich wach. Madeline saß am kleinen helllodern-den Kamin in ihrem Nachtgewande, und Ellinor,die stolzer auf die Schönheit der Schwester als aufdie eigene war, flocht die glänzenden Haare auf,die in üppiger Fülle über Madelinens Nacken undSchultern fielen.
„Gewiß gab es nie ein so schönes Haar!"sagte Ellinor bewundernd; „und laß sehen — ja —von Donnerstag über vierzehn Tage ordne ich's Dirvielleicht zum letzten Mal; — he da?"
„Schmeichle Dir nicht, so nah am Ziel Dei-ner Frohn zu sein," crwiederte Madeline mit ih-rem lieblichen Lächeln, das neuerer Zeit viel hol-der und häufiger geworden als zuvor, und Leiternzu der Bemerkung veranlaßt hatte, Madelinescheine jetzt wirklich die Leichtere, Frohere von denBeiden.
„Du wirst oft zu uns kommen und Wochenlang bei uns bleiben, wenigstens bis — bis Duein doppeltes Recht hast hier die Hausfrau zu