Walters Seele war ganz mit seinem neuenPlan erfüllt. Der Leser kann vollkommen begrei-fen, welch lebhafte Aufregung der Zufall in ihmHervorrufen mußte, der ihm auf eine möglicheEntwirrung des Geheimnisses deutete, das überdem Schicksal seines Vaters hing. Sanguinischgab er sich jetzt den eifrigen Betrachtungen hin,mit welchen die Fantasie der Jugend einen Lieb-lingsgedanken hegt und pflegt, bis sich die Hoff-nung zur Leidenschaft steigert. Was immer ausdiesen wunderlichen nmhcrschwärmenden Vater sichbezog, hatte des Sohnes Brust mit ängstlicher,ja, uns so auszudrückcn, nachsichtiger Theilnahmeerfüllt. Das Urthcil eines jungen Mannes ist im-mer geneigt, kühnere, unternehmende Charakterein Schutz zu nehmen, und so gebrach es Walter»nicht an stillen Eutschuldigungsgründen für daswilde, rückflchtlose Leben seines Vaters. Mittenunter den sichtbaren, ja schreienden Beweisen einesgänzlichen Mangels an Grundsätzen in Letzteremklammerte sich der Sohn mit natürlicher Partei-lichkeit und Selbsttäuschung an die wenigen Zügevon Herzhaftigkeit und Edelmuth, die auf jenenCharakter, wenn sie auch keineswegs völlig mit ihmversöhnten, mindestens einen gewissen Glanz war-fen; Züge, welche sich in solchen Menschen als einehäufige, obwohl immer folgenlose Nebengabe finden,und mit Beginn des höheren Atters in der Regelverschwinden. War es immer Walters HoffnungBnlwer's Romane. Hl. 4
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