Druckschrift 
6 (1843)
Entstehung
Seite
131
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schläft nie!" Aber ein zweiter Blick zeigte ihm gerade dieGestalt, welche seinen Schlummer verjagte. An demhalb offnen Fenster sah er das sanfte Profil der LadyAnna; ihr Antlitz war gesenkt, und bet dem Hellen Mond-schein und der Lampe in ihrem Zimmer konnte er deutlichsehen, daß sie weinte, »Ach, Anna!" murmelte der ver-liebte König: »daß ich doch bet Dir wäre, diese Thränenwegzuküffen!" Während noch der unheilige Wunsch aufseinen Lippen schwebte, stand das Fräulein auf. Dieschöne Hand, die tm Mondschein beinahe durchsichtigschien, schloß das Fenster; und obgleich das Licht nocheinige Minuten fortbrannte, ehe es erlosch, und die dunkelnMauern des Castells ohne ein andres Lebenszeichen blie-ben, als die Schritte der Schildwache, war doch Annanicht mehr sichtbar,

Wahnsinn Wahnsinn Wahnsinn!" murmeltewieder der König, »Diese NevtleS sind mir tu aller Weiseunheilbringend in Haß oder in Liebe!"