Druckschrift 
6 (1843)
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98

Entfernung von Euren Heeren verlangt. Bis diese Fehdenvorüber sind, erbitte ich mir Euren königlichen Urlaub,England zu verlassen und meine Wallfahrt nach demHeiligthnm von Comyostelka auSzuführcn."

Eine brennende Rothe flog über des Königs Gesicht,wie er seinen Schwager aufhob und ihn an seine Brustdrückte.

Geht oder bleibt, wie Ihr wollt, Anthony!" sagteer,aber mögen diese stolzen Männer wissen, daß wederZeit noch Abwesenheit Euch aus Eures Königs Herz zureißen vermag. Aber der Neid muß seine Stunde haben !Lord Warwick, ich' begleite Euch, aber mehr, wie esscheint, als Euer Gefangner denn als Euer Oberherr!"

Warwick gab keine Antwort; der König stieg ausund winkte mit der Hand Anthony zu. Die Fackeln wur-den geschwungen, die Hörner ertönten, und in finstrem,erbittertem Schweigen von beiden Seiten ritten Edwardund sein furchtbarer Unterthan den Thürmen von War-wick zu.

Am nächste» Tage sah der König mit Erstaunen,welche ungeheure Heeresmacht der Graf in so kurzer Zeitum seine Standarte gesammelt hatte.

Von seinem Fenster ans, welches die Aussicht be-herrschte auf die anmuthige Anhöhe, ans welcher so man-cher Reisende heutzutage verweilt, mit einem Auge, dasdie stürmische, ritterliche Vergangenheit zurückzurufeusucht, sah Edward den Grafen auf seinem berühmtenschwarzen Streitroß, wie er die Tausendemusterte, die,