n. Zu der Lehre von den Paralogismcn der reinen Vernunft. 693
und der Tafel der Kategorien parallel laufenden Anordnung dersel-ben bisher schuldig geblieben. Wir hatten sie im Anfänge diesesAbschnitts nicht übernehmen können, ohne in Gefahr der Dunkel-heit zu gerathcn, oder uns unschicklicher Weise selbst vorzugrcifcn.Jetzt wollen wir diese Obliegenheit zu erfüllen suchen.
Man kann allen Schein darin setzen, daß die subjektive Be-dingung des Denkens für die Erkcnntniß des Objects gehalten wird.Ferner habcn^wir in der Einleitung in die transscendentalc Dialek-tik gezeigt, daß reine Vernunft sich lediglich mit der Totalitätder Synthesis der Bedingungen zu einem gegebenen Beding-ten beschäftige. Da nun der dialektische Schein der reinen Ver-nunft kein empirischer Schein sein kann, der sich beim bestimmtenempirischen Erkenntnisse vorsindct, so wird er das Allgemeine derBedingungen des Denkens betreffen, und es wird nur drei Fälledes dialektischen Gebrauchs der reinen Vernunft geben,
1) die Synthesis der Bedingungen/ eines Gedankens überhaupt;
2) die Synthesis der Bedingungen des empirischen Denkens;
3) die Synthesis der Bedingungen des reinen Denkens.
In allen diesen dreien Fällen beschäftigt sich die reine Vernunftblos mit der absoluten Totalität dieser Synthesis d. i. mit derjeni-gen Bedingung, die selbst unbedingt ist. Auf diese Eintheilunggründet sich auch der dreifache transsccndentale Schein, der zu dreiAbschnitten der Dialektik Anlaß gibt, und zu eben so viel schein-baren Wissenschaften aus reiner Vernunft, der transsccndcntalcnPsychologie, Kosmologie und Theologie die Idee an die Hand gibt.Wir haben es hier nur mit der erstercn zu thun.
Weil wir beim Denken überhaupt von aller Beziehung desGedankens auf irgend ein Object, (es sei der Sinne oder des rei-nen Verstandes,) abstrahiren, so ist die Synthesis der Bedingungeneines Gedankens überhaupt (Nro. 1) gar nicht objectiv, sondern bloseine Synthesis des Gedankens mit dem Subject, die aber fälschlichfür eine synthetische Vorstellung eines Objects gehalten wird.
Es folgt aber auch hieraus, daß der dialektische Schluß aufdie Bedingung alles Denkens überhaupt, die selbst unbedingt ist,