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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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692
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Nachträge.

die Wirklichkeit der äußeren Erscheinungen im jetzigen Zustande (imLeben) beruhe, mithin auch nicht, daß die Bedingung aller äuße-ren Anschauung, oder auch das denkende Subjcct selbst nach dem-selben (im Tode) aufhören werde.

So ist denn also aller Streit über die Natur unseres denken-den Wesens und der Verknüpfung desselben mit der Körpcrweltlediglich eine Folge davon, daß man in Ansehung dessen, wovonman nichts weiß, die Lücke durch Paralogismen der Vernunft aus-füllt, da man seine Gedanken zu Sachen macht und sie hyposta-sirt, woraus eingebildete Wissenschaft, sowohl in Ansehung dessen,der bejahend, als dessen, der verneinend behauptet, entspringt; in-dem ein Jeder entweder von Gegenständen etwas zu wissen ver-meint, davon kein Mensch einigen Begriff hat, oder seine eigenenVorstellungen zu Gegenständen macht und sich so in einem ewigenZirkel von Zweideutigkeiten und Widersprüchen herum drehet. Nichts,als die Nüchternheit einer strengen, aber gerechten Kritik, kann vondiesem dogmatischen Blendwerke, der so Viele durch eingebildeteGlückseligkeit unter Theorien und Systemen hinhält, befreien undalle unsere spcculativcn Ansprüche blos auf das Feld möglicher Er-fahrung einschränken, nicht etwa durch schalen Spott über so oftfehlgcschlagcne Versuche, oder fromme Seufzer über die Schrankenunserer Vernunft, sondern vermittelst einer nach sicheren Grund-sätzen vollzogenen Grenzbestimmung derselben, welche ihr nillil ul-torius mit größester Zuverlässigkeit an die herculischcn Säulen hef-tet, die die Natur selbst aufgestellt hat, um die Fahrt unserer Ver-nunft nur so weit, als die stetig fortlaufenden Küsten der Erfah-rung reichen, fortzusetzen, die wir nicht verlassen können, ohne unsauf einen uferlosen Occan zu wagen, der uns unter immer trüg-lichcn Aussichten am Ende nöthigt, alle beschwerliche und lang-wierige Bemühung, als hoffnungslos aufzugeben.

Wir sind noch eine deutliche und allgemeine Erörterung destransscendentalcn und doch natürlichen Scheins in den Paralogismender reinen Vernunft, ungleichen die Rechtfertigung der systematischen