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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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691
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II Zu dcr Lehre von den Paralogi'smen der reinen Vernunft, kttl

kommen werden. In allen Aufgaben, die im Felde der ErfahrungVorkommen mögen, behandeln wir jene Erscheinungen als Gegen-stände an sich selbst, ohne uns um den ersten Grund ihrer Mög-lichkeit (als Erscheinungen) zu bekümmern. Gehen wir aber überderen Grenze hinaus, so wird der Begriff eines transsccndcntalcnGegenstandes nothwendig.

Won diesen Erinnerungen über die Gemeinschaft zwischen demdenkenden und den ausgedehnten Wesen ist die Entscheidung allerStreitigkeiten oder Einwürfe, welche den Zustand der denkendenNatur vor dieser Gemeinschaft (dem Leben), oder nach aufgehobe-ner solchen Gemeinschaft (im Tode) betreffen, eine unmittelbareFolge. Die Meinung, daß das denkende Subjcct vor aller Ge-meinschaft mit Körpern habe denken können, würde sich so aus-drücken: daß vor dem Anfänge dieser Art der Sinnlichkeit, wodurchuns etwas im Raume erscheint, dieselben transsccndcntalcn Gegen-stände, welche im gegenwärtigen Zustande als Körper erscheinen, aufganz andere Art haben angeschaut werden können. Die Meinungaber, daß die Seele, nach Aufhebung aller Gemeinschaft mit derkörperlichen Welt, noch fortfahrcn könne zu denken, würde sich indieser Form ankündigcn: daß, wenn die Art der-Sinnlichkeit, wo-durch uns transscendentale und für jetzt ganz unbekannte Gegen-stände als materielle Welt erscheinen, aufhörcn sollte, so sei darumnoch nicht alle Anschauung derselben aufgehoben und es sei ganzwohl möglich, daß eben dieselben unbekannten Gegenstände fortfüh-ren, obzwar freilich nicht mehr in der Qualität der Körper, vondem denkenden Subjccte erkannt zu werden.

Nun kann zwar Niemand den mindesten Grund zu einer sol-chen Behauptung aus spekulativen Principien anführen, ja nichteinmal die Möglichkeit davon darthun, sondern nur voraussetzen;aber eben so wenig kann auch Jemand irgend einen gültigen dog-matischen Einwurf dagegen machen. Denn wer er auch sei, soweiß er eben so wenig von dcr absoluten und inneren Ursache äuße-rer und körperlicher Erscheinungen, wie ich oder Jemand anderes.Er kann also auch nicht mit Grunde vorgebcn zu wissen, worauf

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