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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
689
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II Zu der Lehre von den Paralogismen der reinen Vernunft. 68l)

nicht den Begriff einer Materie verbinden, welche nichts, als Er-scheinung, mithin schon an sich selbst blose Vorstellung ist, diedurch irgend welche äußere Gegenstände gewirkt worden; denn sonstwürden sie sagen, daß die Vorstellungen äußerer Gegenstände (dieErscheinungen) nicht äußere Ursachen der Vorstellungen in unseremGcmüthe sein können, welches ein ganz sinnleercr Einwurf seinwürde, weil es Niemandem einfallen wird, das, was er einmalals blose Vorstellung anerkannt hat, für eine äußere Ursache zuhalten. Sie müssen also nach unseren Grundsätzen ihre Theoriedarauf richten, daß dasjenige, was der wahre (transscendentalc)Gegenstand unserer äußeren Sinne ist, nicht die Ursache derjenigenVorstellungen (Erscheinungen) sein könne, die wir unter dem NamenMaterie verstehen. Da nun Niemand mit Grund vorgebcn kann,etwas von der transsccndentalcn Ursache unserer Vorstellungen äuße-rer Sinne zu kennen, so ist ihre Behauptung ganz grundlos. Woll-ten aber die vermeinten Verbesserer der Lehre vom physischen Ein-flüsse, nach der gemeinen Aorstcllungsart eines transsccndentalenDualismus, die'Materie als solche für ein Ding an sich selbst,(und nicht als blose Erscheinungen eines unbekannten Dinges) an-schen und ihren Einwurf dahin richten, zu zeigen, daß ein solcheräußerer Gegenstand, welcher keine andere Causalität, als die derBewegungen an sich zeigt, nimmermehr die wirkende Ursachevon Vorstellungen sein könne, sondern daß sich ein drittes Wesendeshalb inS Mittel schlagen müsse, um, wo nicht Wechselwirkung,doch wenigstens Korrespondenz und Harmonie zwischen beiden zustiften; so würden sie ihre Widerlegung davon anfangen, dasrrr-äli-oi' des physischen Einflusses in ihrem Dualismus an-

zunehmen und also durch ihren Einwurf nicht sowohl den natürli-chen Einfluß, sondern ihre eigene dualistische Voraussetzung wider-legen. Denn alle Schwierigkeiten, welche die Verbindung der den-kenden Natur mit der Materie treffen, entspringen ohne Ausnahmelediglich aus jener erschlichenen dualistischen Vorstellung: daß Ma-terie als solche nicht Erscheinung d. i. blose Vorstellung des Gc-müths, der ein unbekannter Gegenstand entspricht, sondern der Gc-Kant s. W. II. 44